Im neuen Spielmodus des Landespokals trifft die SGN in der 1. Runde auf den BSV Gelenau (Bezirksklasse) -> Spiel findet am 01.08.10 statt.
Erstes Punktspiel beim "Bezirksklassenabsteiger" VFL Wildenfels
SG Traktor Neukirchen Gewinnt Wernesgrüner Kreispokal 3:0
Traktor verwertet Chancen besser
Fußball-Kreispokal: SG Traktor Neukirchen gewinnt Endspiel gegen SV Mülsen St. Niclas II mit 3:0 (2:0)
Die SG Traktor Neukirchen hat gestern im Eckersbacher Sportforum "Sojus 31" das Fußball-Kreispokal-Endspiel gegen den SV Mülsen St. Niclas II gewonnen.
Bis kurz vor der Halbzeit war zwischen dem SV Mülsen St. Niclas II und der SG Traktor Neukirchen im Eckersbacher Sportforum "Sojus" kein Klassenunterschied zu sehen. In einem spielerisch schwachen Pokalendspiel kam die unterklassige Mannschaft aus Mülsen St. Niclas zur ersten Torchance. Tautenhahn spielte Nitsch (12.) vollkommen frei, doch dieser scheiterte aus 12 Metern am hervorragend reagierenden Hauptmann im Neukirchener Gehäuse. Als die Abseitsfalle der Niclaser nicht zuschnappte, lief der beste Mann auf dem Platz, Wittkowski (25.), alleine auf Torwart Günther zu, doch hob er den Ball über den Torhüter und übers Tor. In Spielminute 31 brachte der Niclaser Vogel aus zehn Metern den Ball an Hauptmann nicht vorbei. Nun wurde das höherklassige Team aus Neukirchen besser und hatte in der 39. Minute einen Lattenschuss von Nierobisch zu verzeichnen. Zwei Freistöße aus 20 Metern innerhalb von 60 Sekunden brachten die Rand-Werdauer dann zur Führung. Jeweils Wittkowski (44., 45.) verwandelte todsicher.
Nach der Pause übernahmen die Niclaser das Zepter und hatten in der 55. Minute die Riesenchance zum Anschluss, als nach Foul an Burger im Strafraum Schiedsrichter Gensicke auf Foulelfmeter entschied. Doch dem jungen Nitsch versagten die Nerven, er schoss den Ball neben das Tor. Die Neukirchener, die nun viel Platz hatten, kamen zu zahlreichen Konterchancen, konnten diese aber nicht nutzen. Als den Niclasern ab der 70. Minute die Kräfte schwanden und der Neukirchener Reinig (82.) zum 0:3 einköpfte, war das Spiel entschieden. Vielleicht um ein Tor zu hoch, aber verdient ging der Pokalsieg letztmalig in Regie des Kreisverbandes Westsachsen an die SG Traktor Neukirchen. Die Auszeichnungen für Sieger, Verlierer und Schiedsrichter nahmen Bernd Reißmann (Wernersgrüner Brauerei AG), Nico Lässig (Spielausschussvorsitzender Kreisverband Westsachsen) und Daniel Volkmar (Schiedsrichterausschussvorsitzender Kreisverband Westsachsen) vor. (TPK)
Statistik
SV Mülsen St. Niclas: Günther; Weber, Kirschke, Kammermeier, Peschke, A. Laube (80. Pöhland), Burger, Vogel, Olsson (70. Siebenöhrl), Nitsch, Tautenhahn (82. Zscherpel).
SG Traktor Neukirchen: Hauptmann; Ebersbach, Würker, Ackermann, Grützki, Wittkowski (84. Schlegel), Tawaszi, Pfeffer, Reinig (88. Tröltzsch), Nierobisch, Zocher (46. Gräfe).
Zuschauer: 219.
Torfolge: 0:1, 0:2Wittkowski (44., 45.), 0:3 Reinig (82.).
Schiedsrichter: Jens Gensicke (Lok Zwickau).
Torwarttrainer Silvio Haberland, Physiotherapeut und gleichzeitig Mittelfeldspieler Steve Nierobisch, Mannschaftsleiterin Agnes Schlegel sowie Abwehrspieler André Ackermann (von links) sind auch hinter den Kulissen der Traktor-Elf ein eingespieltes Team. Thomas Michel
Schwester Agnes zieht bei Traktor die Fäden
Beim Kreispokalsieger Neukirchen ist eine Frau der Mannschaftschef - Mutter der Fußball-"Kompanie" versorgt Blessuren und die Klamotten
Von Roland Wagner
Neukirchen. Beim frisch gebackenen Fußball-Kreispokalsieger SG Traktor Neukirchen ist der heimliche Boss eine Frau - im Hintergrund zieht Schwester Agnes die Fäden. Allerdings düst sie nicht wie die gleichnamige DDR-Filmlegende mit dem Moped Marke Schwalbe zum Fußballplatz. Agnes Schlegel, Drei-Schicht-Schwester in der Pleißentalklinik, ist im Nebenjob Mannschaftsleiter der 1. Männermannschaft des Kreisligisten - quasi die Mutter der Kompanie. Sie managt alles, was sich hinter den Kulissen bei den Schützlingen von Trainer Frank Schierig abspielt. Der will auf "seine" Schwester Agnes nicht mehr verzichten: "Sie ist zuverlässig, so ein fleißiger Allrounder, der im Hintergrund unglaublich viel leistet, aber dafür nie in den Fokus gerückt wird."
Wenn es der Schichtdienst erlaubt, sitzt Agnes Schlegel bei den Spielen und beim Training mit auf der Bank, und das schon seit 1998. Begonnen hat alles vor 20 Jahren, als ihr Sohn Tino bei der SG Traktor Neukirchen mit dem Fußballspielen begann. Seitdem fieberte sie am Spielfeldrand mit dem Junior mit, war sofort zur Stelle, wenn es kleine Blessuren zu behandeln galt. Zunächst betreute sie die Nachwuchskicker. Eines Tages war bei der 1. Männermannschaft Not am Mann, da sprang die Frau ein. Seitdem ist sie der Mannschaftsleiter.
Sie gesteht: "Es war Liebe auf den ersten Blick." Sie kümmert sich, damit die Männer rundum gut versorgt sind. Dafür opfert sie unzählige Stunden Freizeit. "Bis auf die Winter- und Sommerpause ist sie ständig im Einsatz", lobt Schierig. Das muss sie mit ihren Schichtdiensten in rollender Woche unter einen Hut bringen. "Bloß gut, dass meine Kolleginnen so viel Verständnis für mein Hobby aufbringen und den Dienstplan extra für mich möglichst fußballfreundlich gestalten. Wenn ich doch mal nicht kann, übernimmt Silvio Haberland das Kommando als Mannschaftsleiter." Für die Behandlung der kleineren Blessuren steht ihm dann mit Steve Nierobisch ein gelernter Physiotherapeut zur Seite.
Über die Jahre ist Agnes Schlegel in die Aufgabe des Mannschaftsleiters bei den Männern hineingewachsen. "Nicht immer ist alles leicht, und der Schriftkram wird immer umfangreicher." Geht es zum Auswärtsspiel, muss sie die Gedanken zusammen nehmen. "Sonst stehen die Jungs ohne Trikots und Hosen da." Der Gedanke allein dürfte den Zuschauerinnen Vergnügen bereiten, bei den Fußballern wohl eher Unbehagen auslösen.
Höhen und Tiefen hat sie mit der Mannschaft erlebt - 4 Pokalendspiele, von denen 3 gewonnen wurden. Der Aufstieg in die Bezirksklasse 2006, ein Jahr später die Rückkehr in die Kreisliga. Dass Agnes Schlegel am Spielfeldrand auch mal ihren Emotionen freien Lauf lässt, will sie nicht bestreiten. "Was gesagt werden muss, muss gesagt werden und das auch manchmal deutlich." Sie selbst sieht sich als Mutter der Mannschaft, spricht mit den Spielern. Dabei kommt kein ungeratenes Wort über ihre Lippen. "Auf unsere Agnes können wir uns immer verlassen. Wenn es Probleme gibt werden diese schnell und gut von ihr gelöst", sagt Übungsleiter Jörg Schmidt.
Stolz ist die gebürtige Neukirchnerin auch auf den neuen Kunstrasenplatz. "Um den beneiden uns viele", sagt sie. In einem gesunden Verein ehrenamtlich zu arbeiten und da etwas zu bewegen, das sei genau ihr Ding. Solange man sie im Verein haben will, solange wird sie den Job machen - sprachs und begab sich auf die Suche nach der Klamottenkiste für die Mannschaft.
Aufstieg in die Bezirksliga
Herzlichen Glückwunsch!
Die Mannschaft u. ihre Trainer haben es mit viel Kampfgeist u. Spielfreude geschafft.